Vom Ursprung bis zum aktuellen Standard (Teil 1 von 2)

Was man über Audio-Interfaces wissen sollte

 

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Freitag, 04. November 2011
Rubrik: PRAXIS
Zu den wichtigsten Geräten im Studio gehört zweifelsohne das Audio-Interface. Als Zwei-, oder Mehrkanallösung, mit PreAmp oder ohne: Die heutige Studiolandschaft kann man sich ohne wohl kaum noch vorstellen. Doch wo liegt der Ursprung der Geräte, wie funktionieren sie und worauf sollte man beim Kauf achten? Dieser Artikel gibt einen Überblick von den Anfängen bis zu den aktuellen Standards und soll dabei helfen, sich auf dem aktuellen Markt mit seinen vielen Formaten zurechtzufinden. Aber beginnen wir doch zunächst am Anfang...
Was man über Audio-Interfaces wissen sollte - zweiteilige Serie (Bild: Archiv / RME)
Was man über Audio-Interfaces wissen sollte - zweiteilige Serie (Bild: Archiv / RME)

Wie alles begann...

Die Anfänge der Audio-Interfaces gehen auf die klassische Soundkarte in den frühen 80er Jahren zurück. Zu dieser Zeit dachte wohl noch niemand ernsthaft daran, mit einem Computer Musik aufzunehmen oder wiederzugeben – schließlich wurden Computer zu dieser Zeit nur als reine Bürorechner genutzt –, bis im Jahr 1982 die Firma Commodore in ihrem berühmten C64 das dreistimmige MOS Technology SID „Sound Interface Device“ einbaute, das über vier teilweise kombinierbare digitaleWellenformen pro Stimme mit einem Tonumfang von bis zu vier Kilohertz verfügte. Dieser Chip erlaubte es nun erstmals mehrstimmige Melodien und Rhythmen mit einem einfachen Sound wiederzugeben.

Parallel dazu wurde der Yamaha YM4219-Soundchip entwickelt, der überwiegend im Atari ST zum Einsatz kam. Im Großen und Ganzen waren diese Chips allerdings nur für dieWiedergabe von Tönen zur musikalischen Untermalung von Computerspielen gedacht. Dennoch fanden ambitionierte Bastler schnell heraus, dass über zusätzliche Module auch Töne mit einer Abtastrate von etwa 2000 Hertz auf dem System aufgenommen werden konnten. Von einer professionellen Aufnahme bzw. Wiedergabe im klassischen Sinne war die Technik allerdings noch weit entfernt.

FM-Synthese-Technologie

Das sollte sich im Jahr 1987 ändern, als auch die ersten PCs für die Unterhaltungselektronik umgerüstet wurden. Hier wurden nun erstmals Soundkarten der Firma Ad Lib, Inc. eingesetzt, die auf der FMSynthese- Technologie von Yamahas OPL2-Chips (Yamaha YM3812) aufbauten (die Technik des OPL2-Soundchips wurde beispielsweise auch bei der Klangerzeugung des berühmten Yamaha DX7- Synthesizers eingesetzt).

Die AdLib-Karte wurde somit eine der ersten populären Soundkarten für kompatible IBM-PCs und bot erstmals auf einem PC die Klangqualität, wie man sie ansatzweise von heutigen Maßstäben gewohnt ist. Die Adlib-Karte war allerdings immer noch eine reine Synthesizer- Karte ohne die direkte Möglichkeit, Audiomaterial wie Sprache oder Samples abzuspielen.


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Tags Tags: Audio-Interfaces, USB, Firewire, Wandlung, Oversampling, Signalfluss, DSP, ASIO, Treiber, Latenzen, proaudio, tontechnik, tonstudio


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