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Geheimdienst - radioNRW im Zeichen der Digitalisierung



Geheimdienst - radioNRW im Zeichen der Digitalisierung
Preis:  € 2,99  (inkl. € 0,48 MwSt.)
Artikelcode:  SM023


Beschreibung:  Studio Magazin Classic vom Januar 1996
Geheimdienst - radioNRW im Zeichen der Digitalisierung
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Kein anderes Funkhaus in Deutschland ist so intensiv darauf bedacht, beim Hörer nicht in Erscheinung zu treten wie radio NRW, die Oberhausener Zentrale des lokalen Rundfunks in Nordrhein-Westfalen. Ganz vorn an der Front stehen die 45 von Oberhausen aus über Satellit mit einem Rahmenprogramm belieferten Lokalstationen, die ergänzend mit eigenen Nachrichten, Beiträgen und Aktivitäten für regionale Identität beim Publikum sorgen. Im Rahmen seiner 'geheimdienstlichen' Aktivitäten leistet radio NRW nicht nur einen Beitrag zur Finanzierung des Lokalfunks durch Beteiligung der Lokalstationen an den landesweiten Werbeeinnahmen, sondern hat sich auch während seines gut fünfeinhalbjährigen Bestehens mit jährlich über 100 Millionen DM Bruttoumsatz zum umsatzstärksten Radioprogramm Deutschlands entwickelt. Die Struktur des Zwei-Säulenmodells aus Veranstaltergemeinschaft, Betriebsgesellschaft und Beteiligungen gemäß Landesrundfunkgesetz ist zwar kompliziert, aber sie funktioniert, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, daß sich ein aus vielen Meinungen und Standpunkten zusammengesetzter 'pluralistischer Club' sozusagen ganz von alleine reguliert, wenngleich besonders in technischer Hinsicht radio NRW als Hüter einheitlicher Standards nicht immer einen leichten Stand hat. Dies trat in den vergangenen zwei bis drei Jahren vor allem im Zuge der Digitalisierungsplanung zu Tage, denn das Ziel einer durchgängigen digitalen Struktur mit einheitlicher Systemausstattung bei allen Lokalstationen und radio NRW ist prinzipiell gescheitert. Wenn es am Ende aber doch zu einer befriedigenden Lösung reichte, so ist dies sicher dem Selbstregulierungsmechanismus und dem Planungsgeschick der in das Projekt involvierten Fachleute zu verdanken. Mein Gastgeber Christian Seifert, Technischer Leiter bei radio NRW, ist einer der Garanten für die maßvolle und zukunftssichere technologische Umstellung und Integration der nordrhein-westfälischen Rundfunkgruppierung. Wir trafen uns zu einem 'nachbarschaftlichen' Gespräch im Funkhaus an der Essener Straße (7 Autominuten vom Verlag zum Funkhaus), direkt gegenüber NRW's derzeitig größter Baustelle 'CentrO', der 'Neuen Oberhausener Mitte', einem Freizeit- und Einkaufszentrum, das mit einem privaten Investitionsvolumen von etwa zwei Milliarden Mark zu den derzeit ehrgeizigsten Bauprojekten des Landes gehört.

Ziel der Digitalisierungsplanung war von Beginn an nicht der Anspruch, das modernste Funkhaus Deutschlands zu werden, sondern neue Produktionstechniken sinnvoll in den Sendebetrieb und die Produktion zu integrieren. Die Orientierung an bestehenden Arbeitsabläufen und nicht die Einsparung von Mensch und Material steht im Vordergrund. Das noch junge private Rundfunkunternehmen radio NRW richtete seine Struktur von Anfang an darauf aus, daß die Mitarbeiter der Redaktion große und wesentliche Teile der technischen Arbeit selbst erledigen. Christian Seifert: 'Ein Redakteur unseres Hauses geht bislang mit einem Cassetten-Recorder zur Außenaufnahme, kommt zurück in die Redaktion, kopiert das aufgezeichnete Material selbst auf Senkel herunter und führt auch die Schnittbearbeitung seiner O-Töne bis zum fertigen Beitrag an der Bandmaschine selbst durch. Jeder Redakteur lernt bei uns im Prinzip also erst einmal schneiden. Zur Zeit noch an der Tonbandmaschine. Erst im zweiten Schritt, wenn es um die Endproduktion des Beitrages geht, kommt - in 90% der Fälle - der Techniker zum Einsatz, doch auch dies muß nicht unbedingt sein. Insofern ändert sich für den Redakteur durch die Einführung der digitalen Technik im täglichen Arbeitsablauf nicht viel. Er erhält lediglich ein neues Arbeitsmittel in Form eines PCs. Und genauso wird auch die Umstellung stattfinden. In der Anfangsphase wird es deshalb im Redaktionsbereich keine strukturellen Veränderungen geben. Mit 'Basys' bleibt zunächst das klassische

Nachrichtenverteilsystem mit seinen Textverarbeitungsmöglichkeiten erhalten. Dazu kommen einige wenige PC-Audio-Arbeitsplätze, die direkt im Redaktionsbereich angesiedelt sind. In jeden dieser Arbeitsplätze kann man auch Audio-Funktionen integrieren. Das scheitert aber zur Zeit unter anderem an den Kosten. Ein solches Workstation-Paket ist recht teuer, wenn man allein schon an die geforderte PCX-9-Karte denkt, die knapp 6.000 Mark kostet. Dazu kommen Software-Lizenz, Netzwerkanbindung etc. Wir lösen also prinzipiell die Bandmaschine ab und ersetzen sie durch einen PC. In der Parallelphase wird beides in Betrieb sein, beides wird nebeneinander zur Verfügung stehen.' Viele Redakteure bei radio NRW beherrschen beinahe den gesamten technischen Ablauf selbst, doch läßt sich etwa die Hälfte des Redaktionspersonals bei bestimmten Abläufen von einem Techniker unterstützen, da dieser einfach die größere Routine und im Detail auch die ausgereifteren Fähigkeiten besitzt. Heutzutage versucht man, Beiträge klanglich attraktiver für den Hörer zu gestalten, zum Beispiel durch das Unterlegen von Geräuschen, um die Stimmung der aktuellen Situation besser zu transportieren. Christian Seifert dazu: 'Wir glauben nicht, daß der Redakteur in Zukunft alle technischen Arbeiten übernehmen können wird. Das scheitert allein schon an der Tatsache, daß er sich bereits durch seine eigentliche Aufgabe der Recherche und Ausarbeitung von Beiträgen mit einem ausgefüllten Arbeitstag konfrontiert sieht. fritzfey

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