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Panning (dt. Panorama-Einstellung, auch: „Richtungsmischen“)

Dabei wird einem Tonsignal eine räumliche Position im Klangbild zugewiesen. Für diesen Vorgang wird auch der Begriff „Richtungsmischen“ verwendet, weil er direkt mit dem Lokalisationsvorgang des menschlichen Gehörs, dem „Richtungshören“ verknüpft ist.

Die erste Entscheidung, bezogen auf das Panning, ist die Wahl einer der nachstehenden Positionierungs-Methoden für die jeweilige Klangquelle:

• Amplituden-Panning
• Laufzeit-Panning
• Spektrales Panning

Hierbei ist zu bedenken, dass die Verwendung von geeigneten Haupt- und Raummikrofonsystemen ein „natürliches“ Positionierungs-Verfahren darstellt, das alle drei oben genannten Methoden parallel beinhalten kann. Die Position einer Klangquelle wird auf diese Weise sehr naturgetreu wahrgenommen.

Insbesondere im Popmusikbereich kommt man erfahrungsgemäß nicht ohne eine Vielzahl an Einzelsignalen aus, die es gilt im Klangfeld zu positionieren. In den meisten Fällen wird Amplitudenpanning angewandt. Dabei wird das Tonsignal entweder direkt einem Summenkanal zugeordnet oder durch Zumischung mit unterschiedlichen Amplituden auf zwei Summenkanäle Phantomschallquellen in beliebiger Richtung vom Hörer erzeugt.
Zu beachten ist der so genannte Pan-Law-Wert, der in DAW-Systemen einstellbar ist. Eine genau in der Mitte zwischen zwei Lautsprechern angeordnete Schallquelle wird dabei von beiden Lautsprechern mit diesem Wert abgestrahlt. Bei einem Wert von -3dB wird ein mittig gepanntes Signal mit der gleichen Schallleistung abgestrahlt, wie ein ganz links oder ganz
rechts positioniertes.

Für die Bildung von Phantomschallquellen gibt es noch zwei weitere Methoden, die nicht so gebräuchlich sind, jedoch in einigen Fällen eine natürlichere Abbildung ermöglichen oder Amplitudenpanning lohnend unterstützen können.

Beim Laufzeit-Panning wird das Tonsignal auf zwei Lautsprecher gegeben, einer davon aber zeitlich verzögert. Bei zunehmender Verzögerung wandert das vom Ohr wahrgenommene Signal kontinuierlich aus der Phantommitte in Richtung des nichtverzögerten Lautsprechers.
Dieses Phänomen wird als „Prezedenzeffekt“ bezeichnet (siehe Artikel Haas-Effekt, Gesetz der ersten Wellenfront) und ist signalabhängig ab einer Laufzeitdifferenz von etwa 2 ms wirksam. Erst ab einer Differenz von ca. 20 ms setzt der Echoeffekt ein und die beiden Signale werden getrennt wahrgenommen. Ein Nachteil von Laufzeit-Panning gegenüber Amplitudenpanning ist die größere Abhängigkeit von der Abhörposition, was besonders beim Verlassen des Sweet Spot zu
beachten ist.

Als spektrales Panning wird hier die Ausnutzung der interauralen frequenzabhängigen Pegeldifferenzen bezeichnet. Für hochfrequente Signalanteile stellt der Kopf ein Hindernis dar. Wenn das Signal nun auf zwei Lautsprecher gegeben wird und auf einem der beiden die hohen Frequenzanteile abgesenkt werden, wird das Signal auf der anderen Seite geortet.
 

 



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